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Hintergrundinformationen
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Dicht oder undicht? Dichtheit ist ein
relativer Begriff. Absolut dichte Teile gibt es nicht. Die Forderung nach
Dichtheit eines Bauteils bezieht sich immer auf die Bedingungen am späteren
Einsatzort. Entsprechend muss das Lecktestverfahren, die Höhe der
Druckbeaufschlagung und die zulässige Leckrate festgelegt werden.
An dieser Stelle können bereits die ersten Zweifel aufkommen. Zulässige
Leckrate? - die Werkstücke müssen dicht sein! Einzelteile von
Verbrennungsmotoren zum Beispiel müssen wasser- oder öldicht sein, andere
dürfen keine Kraftstoff- oder Gasundichtheit haben. Dabei soll die
Dichtheitsprüfung zum frühestmöglichen Zeitpunkt innerhalb eines
Fertigungsprozesses Aufschluss darüber geben, ob ein Bauteil unter den
späteren Einsatzbedingungen dicht ist - die Bearbeitung oder Montage eines
undichten Werkstückes hieße "Schrott veredeln". In automatischen
Lecktestanlagen wird als Prüfmedium entweder Luft oder ein spezielles
Prüfgas verwendet, auch - oder gerade dann - wenn die Werkstücke
flüssigkeitsdicht sein müssen. Die geringere Viskosität des gasförmigen
Prüfmediums gegenüber dem flüssigen Betriebsmedium erlaubt eine wesentlich
höhere Prüfgenauigkeit: Durch eine poröse Stelle, durch die praktisch keine
Flüssigkeit austritt, kann das gasförmige Prüfmedium entweichen und gemessen
werden. Das Vorhandensein und die Definition einer entweichenden
Luftmenge (Leckrate) ist Voraussetzung für eine automatische
Dichtheitsprüfung. Die Leckrate "Null" ist mit keinem Prüfverfahren
feststellbar - auch nicht mit der Unterwasser-Sichtprüfung. Die Forderung,
dass keine Blase sichtbar werden darf, bedeutet doch umgekehrt nur, dass
eine kleine, gerade noch sichtbare Blase während einer bestimmten
Beobachtungsdauer nicht in Erscheinung treten darf. Ein
Beispiel Bei einem Unterwassertest entweicht aus dem
Prüfkörper Luft, die beim Erreichen einer Blasengröße von 1 mm aufsteigt.
Wenn das alle 30 Sekunden geschieht, lässt sich daraus eine Leckrate von
0,001 cm³/min errechnen. Angenommen, bei diesem Prüfkörper handelt es sich
um einen Pkw-Autoreifen (Innenraumvolumen ca. 40 l), so würde aufgrund
dieses Lecks der Reifendruck innerhalb von 10 Jahren um nur 0,1 bar
abfallen. Ist dieser Reifen als dicht oder undicht zu bezeichnen? Wenn
die Blase von 1 mm Durchmesser alle 3 Sekunden aufsteigt, entspricht das
einer Leckrate von 0,01 cm³/min. Der vorgenannte Druckabfall im Reifen
stellt sich dann innerhalb eines Jahres ein. Gilt dieser Autoreifen jetzt
noch als dicht oder schon als undicht? Die zulässige Leckrate von
Kühlschrank-Kompressoren beispielsweise beträgt 1 g Freon/Jahr bei 10 bar
Druckbeaufschlagung. Das entspricht einer Leckrate von 8,4 x 10-7 Norm
cm³/min. Bei der Fragestellung "dicht oder undicht" geht es also um die
Definition der zulässigen Leckrate VL zul. Dabei gelten Werkstücke mit einer
Leckrate < VL zul = dicht Leckrate > VL zul = undicht. Die
Unterwasser-Sichtprüfung ist eine ziemlich genaue Prüfmethode - bei
sorgfältiger Ausführung durch den Prüfer und bei guter
Beobachtungsmöglichkeit des Werkstückes. Sollen die damit erreichbaren
Leckraten (wie im vorgenannten Beispiel) von einer automatischen
Lecktesteinrichtung erfasst werden, ist der Einsatz eines
Massenspektrometer-Prüfverfahrens erforderlich. Die Unterwasser-Sichtprüfung
wird jedoch nicht nur wegen ihrer Genauigkeit gerne angewendet, sie ist auch
vergleichsweise billig und - ein ganz wichtiger Vorteil - die Leckstelle
wird dabei gleichzeitig lokalisiert. Die Nachteile dieser Prüfmethode - sie
ist abhängig vom Bedienungsmann (geringe Prüfsicherheit), sie dauert lange,
und die Werkstücke werden nass - sind die Gründe für den Einsatz von
automatischen Lecktesteinrichtungen.
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Bei der
automatischen Dichtheitsprüfung von Serienteilen hat das Lecktesten mit Luft
eine weite Verbreitung gefunden. Die Gründe für den Einsatz dieses
Prüfverfahrens sind: - hohe Prüfsicherheit und Zuverlässigkeit
- objektive und quantifizierte Qualitätsaussage - kurze Prüfzeiten
- geringe Investitions- und Betriebskosten - ausreichende
Genauigkeit - schonende Werkstückbehandlung - einfache
Integration in verkettete Produktionsprozesse - einfache
Kalibrierung Die automatische Dichtheitsprüfung von Serienteilen
wird künftig noch an Bedeutung zunehmen im Zusammenhang mit den
Anforderungen aus den Bereichen - ISO 9000 -
Produkthaftung - Dokumentationspflicht - Umweltschutz
- Verbraucherschutz - Arbeitsplatzgestaltung Die
Prüfspezifikation Zur Dichtheitsprüfung gehören zwei
Angaben: Prüfdruck und Leckrate. Die Kernfrage lautet: Wie
groß darf die Luftleckrate sein, um sicherzustellen, dass aus einem
Werkstück unter Betriebsbedingungen keine Flüssigkeit austritt? Die
zulässige Leckrate ist für jeden Anwendungsfall verschieden. Sie ist von
vielen Faktoren abhängig, wie z.B. vom Material des Werkstückes, von den
konstruktiven Gegebenheiten und - wie schon zuvor erwähnt - von den späteren
Beanspruchungen im Betriebszustand. Das Verhältnis zwischen Luft- und
Flüssigkeitsleckrate ist im unteren Leckratenbereich (Flüssigkeitsleckrate
gegen Null) nicht berechenbar. Für größere Leckraten kann näherungsweise das
Verhältnis der Viskositäten herangezogen werden. Dabei spielen auch
Faktoren wie die Wanddicke des Werkstückes, die Oberflächenbeschaffenheit
und die Ausbildung der Porosität (Lunker, Riss) eine entscheidende Rolle.
Ein Leckratenwert ist immer bezogen auf einen bestimmten Prüfdruck. Die
Druckbeaufschlagung des Werkstückes bei der Dichtheitsprüfung wird in der
Regel so gewählt, dass der spätere Betriebszustand simuliert wird. Dabei
geht es zum einen um die Höhe der Prüfdruckes und zum anderen um die
Prüfrichtung. Bei der Festlegung des Prüfdruckes stellt sich die
Frage nach der Abhängigkeit zwischen Prüfdruck und Leckrate Bei großen
Porositäten verhält sich die Leckrate in etwa proportional zum Prüfdruck,
bei kleinen Porositäten wird das Verhältnis Leckrate zu Prüfdruck kleiner.
Kleine Lecks sind nicht konstant. Sie verändern sich mit der Zeit, aber vor
allem durch eine Unterwasser-Sichtprüfung. Wenn das Ergebnis einer
automatischen Trockenprüfung durch eine Unterwasser-Sichtprüfung verifiziert
werden soll, so muss dieser Einfluss berücksichtigt werden. Entscheidend
für die Festlegung der zulässigen Leckrate in der industriellen Fertigung
sind außerdem wirtschaftliche Gesichtspunkte. Die Prüfung soll nur so genau
sein wie nötig - nicht so genau wie möglich. Wenn die eingestellte
Grenzleckrate kleiner als erforderlich ist, steigt der Anteil der
Ausschussteile, und damit steigen auch die Kosten. |
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Die endgültige für den Produktionsbetrieb zugelassene Leckrate muss
empirisch ermittelt werden. Für etliche Fälle liegen Erfahrungswerte vor
bzw. können Empfehlungen abgegeben werden. Beim Lecktestverfahren
mit dem Prüfmedium Luft (Druck- oder Durchflussmessung) wird die Leckrate
üblicherweise in Norm cm³/min angegeben, beim Lecktesten unter Verwendung
eines speziellen Prüfgases (z.B. Helium) ist die Angabe in mbar l/sec
gebräuchlich. 1 Norm cm3/min = 60 mbar 1/sec Bei dieser
Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass 1 Norm cm³ eine Gasmenge ist, die
im physikalischen Normzustand (0° C und 1013 mbar) 1 cm³ ausfüllt. 1
Norm cm³ ist kein Raummaß sondern eine Gasmenge, in Raumabmessungen
ausgedrückt. Die Angabe Norm cm³/min ist somit ein Massestrom und kein
Volumenstrom. Für die Leckmessung bedeutet das, dass strenggenommen bei der
Angabe der Leckrate in Norm cm³/min entweder im Massestromverfahren gemessen
oder das Druckmesssignal um den Einfluss des barometrischen Druckes und der
Umgebungstemperatur korrigiert werden muss. Geschieht das nicht, sollte die
Leckrate korrekterweise in cm³/min oder ml/min angegeben werden. Der
Unterschied zwischen Normzustand und Prüfzustand beträgt durchschnittlich
etwa 10 %. Beispiel von zugelassenen Luft-Leckraten für
PKW-Motorenteile: |
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Gebräuchliche zulässige Leckraten für Motorenteile
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